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Tesla plant Gigafactory – in Brandenburg

Created by Autowerkstatt Kietz, 15754 Heidesee | |   News

Bis zu 10.000 neue Jobs: Der US-Elektro-Autobauer Tesla plant südöstlich von Berlin eine Großfabrik für die Produktion von Elektro-Fahrzeugen. Schon in zwei Jahren startet die Produktion.

Der US-Elektro-Autobauer Tesla plant südöstlich von Berlin eine Großfabrik für die Produktion von Elektro-Fahrzeugen. Entstehen soll die „Gigafactory“ genannte Fabrik in der Nähe des noch im Bau befindlichen Großstadtflughafens „BER“. Sie soll bereits 2021 in Betrieb geben und bis zu 10.000 Jobs schaffen.

Gigafactory in Grünheide?

Auch wenn der Autobauer noch keinen konkreten Standort genannt hat, so wird eine Industriefläche im brandenburgischen Grünheide im Landkreis Oder-Spree als Standort kolportiert.

Wo liegt Grünheide?

Grünheide befindet sich unweit der Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg. Der Ort verfügt über eine Anbindung an die Autobahn A10. Die Transferzeit zum Flughafen „BER“ beträgt etwa 15 Minuten. Grünheide hatte per Ende 2018 etwa 8.600 Einwohner - damit etwa so viel, wie die neue Tesla-Produktionsstätte an neuen Mitarbeitern beschäftigen soll. Das Gewerbegebiet war bereits vor zwanzig Jahren als Produktionsstandort für BMW erwogen worden.

Bis zu 150.000 Elektrofahrzeuge

Nach Berichten des Tagesspiegel soll die E-Auto-Fabrik ähnliche Dimensionen wie die Gigafactory in Shanghai aufweisen. Dort produziert Tesla in der ersten Ausbauphase 150.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr. Dem Vernehmen nach soll das Werk ab 2021 seinen Betrieb aufnehmen. Gebaut werden soll dann das „Model 3“ für den europäischen Markt sowie das Kompakt-SUV „Model Y“. Hinzu kommt eine Batterieproduktion.

Brandenburg hat sich damit als Standort gegen das Saarland und gegen Niedersachsen durchgesetzt. Vorausgegangen waren monatelange Geheimverhandlungen mit dem Wirtschaftsministerium. Neben dem E-Auto-Werk soll in Berlin ein Design- und Entwicklungszentrum entstehen. Allerdings gibt es noch keine konkrete Zusage seitens des Senates und auch noch kein Grundstück, wie die Wirtschaftssenatorin von Berlin, Ramona Pop, gegenüber der Zeitung „Die Welt“ erklärte.

Wie viele Jobs schafft Tesla in Brandenburg?

Laut Berliner Senat schafft die neue Tesla-Fabrik tausende neue Jobs. Im Gespräch seien 6000 bis 7000 Arbeitsplätze, so zumindest die Verlautbarung von Ramona Pop von den Grünen gegenüber dem Inforadio des RBB. Dazu gesellen sich einige hundert bis tausend Arbeitsplätze in Berlin in den Bereichen Design, Entwicklung, Software. Andere Quellen nennen bis zu 10.000 Jobs insgesamt.

Deutschland wird Hotspot der Elektromobilität

Laut Handelsblatt sei Tesla-Chef Elon Musk mit der Entscheidung für die Milliardeninvestition in Deutschland und speziell in Brandenburg wieder mal „ein Coup gelungen“. Die Ankündigung sei jedoch weniger ungewöhnlich. Der Elektroautobauer hätte schon länger mit dem Gedanken gespielt, in Europa eine Fabrik zur Elektroautoproduktion zu errichten. Immerhin habe Musk Startkapital von Daimler bekommen, warb Fertigungsingenieure von Audi ab und investierte mit dem Erwerb des Maschinenbauers Grohmann in einen deutschen Spezialisten für Produktionsanlagen.
Gegenüber der britischen "Auto Express" erklärte Tesla-Chef Musk dass der Brexit ebenso bei der Entscheidungsfindung zum künftigen Standort eine Rolle gespielt habe. "Der Brexit machte es zu riskant, eine Gigafactory in Großbritannien zu errichten", sagte Musk.

Musk gab die Entscheidung in Berlin bei einer Preisverleihung der Autoindustrie auf der Veranstaltung zur Verleihung des „goldenen Lenkrades“ bekannt. Das Goldene Lenkrad ist eine der bekanntesten Auszeichnungen für neue Automodelle.

Wann wurde Tesla gegründet?

Tesla wurde 2003 in Palo Alto, USA, gegründet. Das Unternehmen produziert und vertreibt neben Elektroautos auch Stromspeicher und Photovoltaikanlagen. Mit seinem Firmennamen erinnert das Unternehmen an den Physiker und Erfinder Nikola Tesla (1856-1943). Tesla baute von 2008 bis 2012 das erste elektrische Serienfahrzeug in Form eines Roadsters mit einem Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen. Es folgte die Oberklasse-Limousine Model S und seit 2017 die Mittelklasse-Limousine Model 3 mit mehreren hunderttausend vorbestellten Exemplaren.
Teslas Hauptniederlassung in Europa befindet sich in Maidenhead bei London. London war demzufolge auch die erste Verkaufsstelle von Tesla in Europa. Seither unterhält der Elektroautobauer Schauräume und Läden in München, Zürich, Kopenhagen, Paris, Mailand und Berlin.

Tesla und seine Aktionäre

Tesla ist seit dem Jahr 2010 börsennotiert. Beim Börsengang wurde das Unternehmen mit 226 Mio. US-Dollar bewertet. Die Tesla-Aktie (WKN A1CX3T, ISIN US88160R1014) stieg seither deutlich an. Ende 2019 erreicht das Unternehmen einen Marktwert von gut 60 Mrd. US-Dollar, schreibt jedoch weiterhin Verluste. Geht es nach den Prognosen der Analysten, könnte das Unternehmen ab 2020 die Gewinnzone erreichen und auch erstmals eine symbolische Dividende von erwarteten acht US-Cent zahlen. Knapp die Hälfte der Aktien befindet sich im Streubesitz. 21,7% der Anteile befinden sich im Besitz von Elon Musk. Haupthandelsplatz der Tesla-Aktie ist die US-Technologiebörse Nasdaq, wo sie unter dem Tickersymbol TSLA zu den zehn meistgehandelten Wertpapieren zählt. Zweitnotierungen gibt es an nahezu allen deutschen Handelsplätzen. Anleger bezahlen den Kauf der Tesla-Aktie per Stand November 2019 mit dem 65-fachen der für 2020 prognostierten Gewinne je Aktie, was im Branchenvergleich ein sehr hoher Wert ist. Von den etwa dreißig Analysten, die die Geschäftsentwicklung von Tesla verfolgen, raten - Stand: November 2019 - neun zum Kauf der Aktie, weitere zehn sehen in der Tesla-Aktie eine Halteposition und nochmals zehn Wertpapierexperten raten zum Verkauf der Aktie.