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Wie funktioniert ein Head-Up-Display?

Created by Auto-Reparatur-Werkstatt Kietz, 15754 Heidesee |

Head-Up-Displays sind eine praktische Lösung. Ein Head-Up-Display projiziert weit mehr als nur Infos zur Geschwindigkeit in das Blickfeld des Fahrers.

Gewöhnlich verstecken sich die Anzeigen für Tempo, Drehzahl, Motortemperatur und Tank-Füllstand hinter dem Lenkrad. Wer auf die Instrumente schaut, muss dazu den Blick von der Straße lösen. Head-Up-Displays (HUD) sind da eine praktische Lösung. Ein Head-Up-Display projiziert Informationen ins Blickfeld des Fahrers. Die Infos umfassen mehr als nur Angaben zur Geschwindigkeit, etwa Hinweise des Navigationssystems, Drehzahlangaben oder Warnmeldungen aller Art.

Erste Head-Up-Displays in Flugzeugen

Head-Up-Displays sind keine Erfindung der Neuzeit. Für Piloten von Kampfflugzeugen existieren solche Systeme schon seit den 1940er Jahren. In Deutschland wurden sie als Reflexvisier (Zielgerät) bekannt. Die ersten Head-Up-Displays für Autos gibt es seit den 1980er Jahren bei General Motors. Der US-Autobauer installierte die Anzeigen mit festen, nicht frei wählbaren, Informationen, zum Beispiel die Anzeige der Geschwindigkeit. Das erste farbige Display kam im Jahr 2001 in der Corvette von General Motors zum Einsatz. Erster europäischer HUD-Anbieter war BMW mit einem von der Siemens VDO Automotive AG entwickelten Head-up-Display für die im Jahr 2003 vorgestellten 5er- und 6er-Modellreihen der Münchener.

Wie funktioniert ein Head-Up-Display?

Das Prinzip des Head-Up-Displays (zu Deutsch „Kopf-hoch-Anzeige“) ist dabei weithin das gleiche geblieben. Unter dem Armaturenbrett befindet sich eine Lichtquelle, der als Projektor fungiert. Er wirft über ein Spiegelsystem ein Bild a) entweder direkt auf die Windschutzscheibe oder b) auf eine separate Scheibe, die sich zudem meist ein- und ausklappen lässt. Die eingeblendeten Informationen wirken bei der zweiten Lösung optisch so, als würden sie sich auf der Motorhaube befinden, bestenfalls einiger Meter davor auf der Fahrbahn.

Mit dem Head-Up-Display zur „Augmented Reality“

Die neue Generation von Head-up-Displays verbessert die Sicht weiter. So genannte 3D-Displays beschränken sich nicht nur auf den Navigationshinweis als solchen, sondern markieren die zu fahrende Fahrspur. Dies setzt eine feine Abstimmung des Head-up-Displays mit der Sitzposition des Fahrers voraus. Nur so kann die Einblendung mit dem Blickwinkel des Fahrers, respektive der Fahrerin, in Einklang gebracht werden.

Noch Zukunftsmusik eine andere Technik. Bei ihr wird eine als Display dienende Kunststoff-Folie direkt in die Windschutzscheibe eingearbeitet. Dadurch soll die aufwändige Spiegeltechnik und damit deren Platzbedarf entfallen.

Kann man ein Head-up-Display nachrüsten?

Head-up-Displays können in nahezu jedem Fahrzeug nachgerüstet werden. Erforderlich dazu sind eine OBD-Buchse oder ein Zigarettenanzünder. OBD steht für „On-Board-Diagnose- Schnittstelle“ und ist eine Datenschnittstelle zum Fahrzeug. Prominente Nachrüstmöglichkeiten zum Anschluss an die OBD-Buchse sind beispielsweise das TiPro HUD E-300 oder das Lescars HUD 55c.bt. Alternativ sind Produkte mit GPS-Empfänger erhältlich, wie etwa das Valeo Speedvisio oder das TiPro HUD Q7.

Head-up-Display via App auf dem Smartphone

Es lassen sich auch Smartphones leicht zum Head-up-Display umrüsten. Geeignete (und weniger geeignete) Apps finden sich mit der Suche nach „HUD“ im AppStore. Es gibt sowohl kostenlos Apps wie die Navigations-App Navier HUD 3 für Android-Systeme. Oder kostenpflichtige Head-up-Display-Apps. Sie beinhalten zumeist Europakarten, Echtzeit-Verkehrsinformationen und die obligatorische Head-up-Display-Freischaltung. Für die gute Ablesbarkeit auch am Tage ist eine Handyhalterung mit spezieller Spiegelscheibe empfehlenswert.

Head-up-Display nun auch beim ID.3 und ID.4 von Volkswagen

Volkswagen führt spezielle Head-up-Displays mit Augmented-Reality-Funktion ein. Das System soll zunächst in den Elektroautos ID.3 und ID.4 verbaut werden und projiziert die Informationen in zwei Bereichen auf die Windschutzscheibe: im unteren Sichtfeld als flaches Band mit Angaben zur Geschwindigkeit, Verkehrszeichen sowie Assistenz- und Navigationssymbolen. Von der optischen Anmutung her scheinen die Informationen etwa drei Meter vor dem Fahrer zu schweben. Das obere Sichtfeld beinhaltet Informationen zur Fahrtrichtung, beispielsweise Abbiegepfeile, die etwa 10 Meter vom Auto entfernt auf der Fahrbahn stehen. Die Anzeigen der unteren Ebene stehen fest. Die der oberen kommen dagegen auf den Fahrer zu. Infos des Spurhalte-Assistenten („Lane Assist“) werden ebenfalls im oberen Bereich dargestellt. Ein weiterer Clou: Ist der Abstandstempomat aktiviert, wird das vorausfahrende Fahrzeug mit einem Streifen markiert.