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Neues rund ums Auto

E10: Welche Autos vertragen den neuen Kraftstoff?

Created by Kfz Werkstatt Kietz |

In wenigen Tagen ist es voraussichtlich so weit. Ab Februar wird dem Benzin zehn Prozent Bioethanol (E10) beigemischt, bislang waren es lediglich fünf Prozent. Laut ADAC müssen sich Millionen Autofahrer auf technische Folgen einstellen. Experten verweisen auf die Möglichkeit, wonach das neue Benzingemisch mit dem höheren pflanzlichen Anteil bereits bei einmaligem Tanken Aluminiumteile korrodieren lassen könne, etwa den Zylinderkopf, aber auch Teile der Kraftstoffpumpe, und generell auch Kunststoffteile in Gefahr bringen könne.

Volkswagen und E10

Autofahrer, die versehentlich den falschen Sprit gezapft haben, sollten daher den Motor keinesfalls starten, stattdessen eine Kfz-Werkstatt aufsuchen und den Bioethanol-Sprit absaugen lassen. Doch woher weiß man, welcher Motor E10 verträgt? Auskunft gibt in aller Regel der Hersteller. Bei Volkswagen, beispielsweise, heißt es:

Alle Fahrzeuge der Marke Volkswagen sind, bis auf wenige Ausnahmen, für den Betrieb mit den geplanten E10-Kraftstoffen geeignet. Eine Verwendung dieser neuen Kraftstoffe, die künftig nach neuer gesetzlicher Regelung bis zu 10% Ethanol enthalten können, ist damit für die Kunden von Volkswagen problemlos möglich. Nach Plänen der Bundesregierung sollen diese neuen Kraftstoffsorten ab 1. Januar 2009 an deutschen Tankstellen angeboten werden.

Nicht geeignet sind die neuen Kraftstoffsorten Normal E10 und Super E10 für Fahrzeuge mit FSI-Motoren der ersten Generation. Dies betrifft wenige Fahrzeuge der Modelle Lupo, Polo, Golf, Bora und Touran aus den Bauzeiträumen 2000 bis 2004, in Einzelfällen bis 2006. Diese Fahrzeuge müssen die Sorte Super Plus E5 tanken.

Grund dafür ist, dass kraftstoffführende Bauteile, insbesondere Kraftstoffhochdruckpumpen und Kraftstoffrails dieser Motoren bei Einsatz der neuen E10-Kraftstoffsorten ausfallen können. Kunden dieser Fahrzeuge entsteht aber kein Nachteil, da für diese Fahrzeuge überwiegend der Einsatz von Super Plus Kraftstoffen vorgesehen ist.

Insgesamt sind 85 Prozent aller Fahrzeuge für den neuen Sprit geeignet. In jedem Fall eine Werkstatt oder den Hersteller befragen sollte, wer sich vor dem Jahr 2008 eine Standheizung einbauen ließ, raten Kfz-Experten. Die Deutsche Automobiltreuhand (DAT) hat in Kooperation mit Herstellerverbänden auf seiner Webseite www.dat.de eine Liste der Modelle herausgegeben, die den neuen Sprit problemlos schlucken. Ebenso der ADAC www.adac.de, doch im Unterschied zur DAT listet der Automobilclub keine Verträglichkeitstabelle, sondern eine Gefährdungstabelle, die durch E10 gefährdeten Autos aufzeigt.

Ist E10 ökologisch sinnvoll?

Die neue, erhöhte Beimischung ist nicht unumstritten. Ursprünglich wurde sie beschlossen, um den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu senken. Doch Experten sehen darin auch einen Etikettenschwindel. Eingangsstoffe des Sprits sind unter anderem Zuckerrohr und Zuckerrüben. Ihr Anbau tritt in Konkurrenz zu anderen Pflanzen. An anderer Stelle werden daher neue Felder benötigt, wodurch E10 die Kulturlandschaft verändert.

Was kostet der neue „Rübenschnaps“?

Unklarheit herrscht bisher noch zum Preis des neuen Benzins. Experten vermuten, dass der Preis von E10 über dem des bisherigen Benzins liegen und die Sorte „Super-Plus“ im Preis steigen werde. Hinzu kommt ein indirekter Preisschub. Da die neue Benzinsorte E10 einen geringeren Energiegehalt hat, reduziert sie die Reichweite einer Tankfüllung.