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Neues rund ums Auto

ADAC-Reifentest: Gefährliche Winterreifen

Auch in diesem Jahr nahm der ADAC Winterreifen unter die Lupe. Das Ergebnis: Gutes ist teuer aber Teures nicht unbedingt gut. Auf welche Winterreifen Autofahrer setzen sollten und welche man eher meidet, zeigt der ADAC Winterreifen-Test 2018.

Insgesamt prüfte der Verkehrsclub 28 Winterreifen für Kleinwagen und Kompaktklasse-Wagen. Im Ergebnis fand man einige empfehlenswerte Modelle, dahinter ein breites Mittelfeld mit durchaus brauchbaren Reifen, aber auch eindeutige Verlierer, bei denen die Tester einmal die Note „mangelhaft“ vergaben.

Testsieger 

Testsieger ist der WinterContact TS 860 von Continental, der zweitteuerste Reifen. Zu den Stärken des Winterreifens aus Deutschland zählt der ADAC Ausgewogenheit und beste Eigenschaften bei Nässe und Verbrauch (Kompaktklasse) sowie auf Schnee (Kleinwagenklasse). Bereits im Vorjahr erzielte der WinterContact TS 860 von Continental Bestnoten. Ebenfalls beste Noten erhielt der Goodyear UltraGrip 9, gefolgt vom Dunlop Winter Sport 5. „Bedingt empfehlenswert“ lautet das Fazit der Tester beim Kenda und dem eher teuren Pirelli Cintauro Winter. 
Durchweg gute Werte heimste der Ganzjahresreifen Continental AllSeason Contact ein, insbesondere bei der Schnee-Performance.

Testverlierer

Einmal mehr zeigt sich die Abgeschlagenheit asiatischer Modelle. Im Bereich der Kompaktklasse erreicht der Laufenn I Fit LW31, im Übrigen eine Zweitmarke des südkoreanischen Reifen-Herstellers Hankook, den letzten Platz. Nach Angaben des ADAC weist er große Schwächen auf nassem Untergrund auf. „Mangelhaft“ lautet ebenfalls das Fazit für den chinesisch-taiwanesischen Nankang Snow SV-3 (im Bereich der Kleinwagen). Er hat nicht nur Probleme mit Nässe, sondern auch mit Schnee – kein gutes Zeichen für den Winter.

Auf das Reifenalter achten

Zum Reifenkauf hat der ADAC weiteren Rat parat: Internetkäufe bergen grundsätzlich ein Risiko. Bisweilen ist der vermeintlich neue Reifen alles andere als fabrikneu. Oft werden in klassischer Lagerhaltung zuerst ältere und unbenutzte Reifen verkauft. Doch Kunden sollten generell darauf achten, dass Reifen zum Kaufzeitpunkt nicht älter als drei Jahre sind. Autofahrer finden das Produktionsdatum an der Reifen-Seitenwand in Form einer vierstelligen Nummer. Die ersten beiden Ziffern weisen auf die Produktionswoche, die letzten beiden auf das Herstellungsjahr hin.

Winterreifen bald teurer?

Nach Zahlen des Verbraucherportals „Check24“ sind Winterreifen derzeit noch günstig. Die Datenpunkte des Vorjahres zeigen: Zwischen September und Dezember verteuern sich Winterreifen um gut elf Prozent. Zumindest galt dies für die etwa 100 am häufigsten georderten Reifen. Wer, der Regel zufolge von „O“ bis „O“, von Oktober bis Ostern Winterreifen nutzt und sie schon frühzeitig in der Werkstatt aufziehen oder wechseln lässt, nutzt einen weiteren Vorteil der dann noch zumeist freien Werkstatt-Termine. Daher sollten Kunden nie bis zum ersten Kälteeinbruch warten.

Wie funktionieren Winterreifen?

Warum eigentlich vertragen manche Reifen Schnee und Kälte besser als andere? Die Antwort: Die Mischung machts. Bei einem Winterreifen bleibt der Gummi auch bei niedrigen Temperaturen geschmeidig, während Sommerreifen mit fallender Quecksilbersäule immer steifer und spröder werden und „verglasen“, wie Experten sagen. Winterreifen haften daher besser. Dies kann nicht nur bei starken Bremsmanövern ein bisweilen lebensentscheidender Vorteil sein, sondern auch in Kurven. Denn es braucht nicht erst Schnee, um zu bemerken, dass Winterreifen bei niedrigen Temperaturen generell besser haften. Und was ist mit ESP und ABS? Sie können einen gut haftenden Reifen nicht ersetzen. 
Kunden können beim Kauf übrigens auch eine Geschwindigkeitsklasse wählen. Reifen für geringere Tempoklassen sind vielfach günstiger und bremsen – bei sonst gleichen Bedingungen – besser als für Höchstgeschwindigkeiten ausgelegte Winterreifen.