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Neues rund ums Auto

EU: Neue Kontrollsysteme im Auto werden Pflicht

Created by Autowerkstatt Kietz, Heidesee | |   News

Die EU will die Straßen sicherer machen. Sie kündigt für 2022 zahlreiche neue Vorschriften für Neuwagen an.

Die EU will die Straßen sicherer machen und bringt von Alcolock über Tempoassistent bis Unfallbox etliche neue Vorschriften für Neuwagen auf den Weg. Schon in gut zwei Jahren ist es so weit.
Ob Müdigkeitserkennung oder automatische Geschwindigkeitsreduzierung – das Auto wird mehr und mehr zum fahrenden Computer. Eine ganze Reihe von Sensoren sollen künftig zusätzlich im Kfz verbaut werden. Die Vorschriften gelten ab 2022 für neu entwickelte Fahrzeuge und zwei Jahre später für alle Neuwagen in der Europäischen Union.

Auf diese Weise sollen dank höherer Verkehrssicherheit jährlich 2.000 Personen weniger auf den Straßen „ums Leben kommen“, wie die Brüsseler Behörde mitteilt. Zugleich soll der Triumpfzug der Sensorik den Fahrer allmählich auf das autonome Fahren vorbereiten und so die Akzeptanz für elektronische Kontrollsysteme erhöhen, heißt es im Kleingedruckten. Teilweise sollen die Vorschriften auch für Lkw und Busse gelten.

Unfallbox

Ähnlich eines Flugzeuges sollen auch Autos Daten vor und während eines Verkehrsunfalls speichern. Die Daten des – nicht abschaltbaren – Gerätes sollen anonymisiert den Behörden der EU-Staaten zur Unfall-Forschung dienen können.

Müdigkeitserkennung

Wird der Fahrer müde oder durch Smartphone & Co. abgelenkt, schlägt der Sensor Alarm.

Rückwärts-Erkennung

Kameras oder Sensoren sollen beim Rückwärtsfahren auf Personen und Gegenstände hinweisen. Dies ist bereits in vielen Fahrzeugen neueren Baujahres als Standard-Ausstattung oder hinzubuchbare Option enthalten.

Geschwindigkeits-Assistent

Er erkennt anhand digitaler Karten und Verkehrsschildern, ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird. Warnsignale erinnern den Fahrer daran und es wird die Motorleistung reduziert. Dennoch ist es kein Automatismus, da der Fahrer via Gaspedal wieder eingreifen kann. Auch eine Abschaltung soll möglich sein.

„Alko-Lock“

Neufahrzeugen wird eine Vorrichtung für die Aufnahme von Alkohol-Kontrollgeräten vorgeschrieben. Liegt der gemessene Alkoholgehalt im Atem über dem Grenzwert, bleibt der Motor aus. Alkohol-Kontrollgeräte selbst hingegen werden auf absehbare Zeit noch nicht Pflicht.

Not-Bremssystem

Bei Hindernissen bremst das Fahrzeug automatisch voll ab. Bekannt ist dieses System bereits von Lkw und einer ganzen Reihe neuerer Pkw. Das Ziel: Auffahr-Unfälle verhindern.

Abbiege-Assistent

Neue Lkw und Busse müssen zwingend einen Abbiegeassistenten an Bord haben- Dadurch sollen Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern im toten Winkel verhindert werden.

Die EU vergleicht den Maßnahmenkatalog mit der vor Jahrzehnten eingeführten Gurtpflicht. Jährlich sterben auf europäischen Straßen noch immer etwa 25.000 Menschen.

Die Kosten der neuen Technik werden auf rund 50 Milliarden Euro geschätzt. Früheren Schätzungen zufolge könnten die Auflagen des Fahrzeugpreis um rund 1.000 Euro anheben. Die Sensoriken verteuern zudem Reparaturen. Der Automobilclub ADAC mahnt daher, dass die geforderten neuen Systeme ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen sollen.